Wilhelm Peter Leonards
Businessplan Existenzphilosoph
Über das Philosophsein im Turbozeitalter
Zweite, überarbeitete Auflage (2015)

Format: 18cm x 11cm
Umfang: 168 Seiten + 4 Seiten Umschlag

Preis:         €35,51
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Gesamt:     €42,00

ISBN 978-3-00-049695-0

Die Kernthese: Kolbenmotoren, die nicht ihre eigenen Abgase nutzen, um
mittels Turbolader ihre Effizienz zu steigern, sind im Superwettbewerb nicht
mehr konkurrenzfähig. Und so wie die Turbotechnik die eigenen Abgase
ausbeutet, um vorne mit dabei zu sein, so müssen auch die Philosophen des
Turbokapitalismus die Energie ihrer eigenen Selbstzerstörungsneigung
nutzen, um die Deutingshoheit verteidigen zu können.
Aufbau/Gliederung

1. Prolog
2. Über Denk und die Entdeckung des Philosophseins
3. Das Anschreiben
4. Der Plan: Zurück zur Deutungshoheit
 4.1. Executive Summary
 4.2. Der politische Teil
         4.2.1. Über die Unverzichtbarkeit einer konstruktiven Selbstzerstörungsneigung im Turbowettbewerb
         4.2.2. Über die latente Selbstzerstörungsneigung der Demokratie
         4.2.3. Über die Idee des konstruktiven suizidalen Politikers
         4.2.4. Wie nötigend ist die philosophische Nötigung wirklich?
 4.3. Der soziale Teil
         4.3.1. Über die Vernunft der kapitalistischen Turbodemokratie
         4.3.2. Über die Innovationskraft der Sonderlinge
         4.3.3. Der unaufhaltsame Wandel
         4.3.4. Der Weg ist das Ziel
 4.4. Wie ein Phoenix aus der Asche
         4.4.1. Die Universität
         4.4.2. Das Bücherschreiben
         4.4.3. Das Angestelltendasein
         4.4.4. Der (Sozialhilfe-)Bettler
                 4.4.4.1. Der religiöse Wanderprediger
         4.4.5. Der philosophische Unternehmer
 4.5. Die Existenzgründung des Existenzphilosophen
         4.5.1. Das Geschäftsmodell
         4.5.2. Die Machbarkeit
 4.6. Fazit
5. Brutzeit
6. Rückmeldung
7. Nichts ist unmöglich
8. Noahdenkt.com
9. Verlegen
10. Das Erscheinen
11. Über die Zukunft
12. Anhang
Leseprobe 1: (Auszug aus dem "Prolog!):
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Sicher hätte ich, Bernhard Thomas, mich nie dazu durch gerungen, diese Zeilen aufs Papier zu bringen, wenn mein
Freund, der Philosoph Albert Denkwart, bereit gewesen wäre, sich selbst als Buchautor zu äußern. Denkwart aber,
den ich seit unserer Jugend nur Denk zu nennen pflegte, war der Ansicht, dass die Zeiten vorbei seien, in denen ein
Philosoph noch ein Schreibender sein könne. Denn in einer Gesellschaft, in der fortwährend getalkt, geworben und
berichtet werde, da könne es eben nicht mehr die Aufgabe der Philosophie sein, sich auch noch am
Veröffentlichungskarussell beteiligen zu wollen.

Nun konnte ich natürlich verstehen, wie man in unserer Zeit zu dieser Auffassung kommen konnte. Denn angesichts
der Flut an Publikationen, die sich tagtäglich über den Markt ergießt, ist es ja in der Tat kaum möglich, darin für sich eine
Aufmerksamkeit zu finden, ohne zuvor mit viel Tamtam für sich geworben zu haben.

Dennoch aber meinte ich, dass es einem guten Produkte auch heute noch gelingen müsse, sich alleine aus sich selbst
durchzusetzen. Und so fragte ich also meinen Freund, ob das, was ihn bewege, nicht vielmehr eine Frage der
Qualität des Schreibens sei. Denk aber glaubte, dass eine solche überragende Qualität im philosophischen Schreiben
nicht mehr zu erzielen sei. Denn um dies zu tun, so sagte er, würde es eine Öffentlichkeit brauchen, die in einem neuen
Werk zunächst die Chance einer Bereicherung und nicht eine Belästigung sehe. Da dies aber nicht mehr gewährleistet sei,
da werde eine geschriebene Philosophie niemanden mehr für sich bewegen können. Denn zu sehr werde sich die
Aufmerksamkeit nun auf die in ihr notgedrungen enthaltenen Widersprüche und Mängel richten müssen, als dass sie sich
jetzt noch wird behaupten können.

Nun will ich nicht verhehlen, dass ich seine Auffassungen auch in diesem Punkt nicht ganz und gar verwerfen
konnte. Denn schließlich hatte auch ich zuweilen schon den Eindruck gehabt, als würde ein Schriftstück erst
in sein Gegenteil verkehrt werden müssen, bevor man sich mit ihm auch unvoreingenommen auseinander
setzen könne. Dennoch aber meinte ich, dass sich ein Geistesmensch dieser Perversion würde stellen müssen.....
Leseprobe II (Auszug aus "Über die Unverzichtbarkeit einer konstruktiven Selbstzerstörungsneigung im
Turbowettbewerb")
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Nun wird man sich zu Beginn dieser Arbeit fragen müssen, wie es denn sein kann, dass dieselbe überhaupt notwendig ist.
Denn angesichts der Verdienste, die sich die Philosophen um das Entstehen der modernen Welt erworben haben, und
angesichts der Anerkennung, die wenigstens den toten Philosophen dafür zu teil wird, würde man doch annehmen müssen,
dass es für die Bürger unserer Zeit kein erstrebenswerteres und wichtigeres Berufungsziel geben kann, als dies, nun selbst
auch ein Philosoph zu sein. Denn zu sehr würde er sich doch so in die Liste derer einreihen können, die in dieser Welt am
meisten bewirkt haben, als dass er jetzt nicht nach einer anderen Aufgabe würde suchen müssen.

Dass es aber auch heute noch so ist, und das Philosophsein eher ein Mauerblümchendasein fristet, das wird man sich
nur mit dem Hang zum Suizidalen erklären können, der demselben ohne Zweifel innewohnt.

Denn mit der Suizidalität, da wird selbst ein Philosoph seine Erklärungsprobleme haben. Und so ist es nur zu verständlich,
wenn gerade diejenigen, die mit derselben rein gar nichts zu tun haben wollen, alsbald den Notarzt rufen, wenn von ihr
überhaupt die Rede ist.

Dennoch, so sehr man es auch verstehen kann, dass man die Selbstzerstörungsneigung so gut es geht zu verdrängen
sucht, so sehr wird man es doch als falsch ansehen müssen, dieselbe pauschal ins Reich des Pathologischen
abzuschieben. Denn unter den vielen Formen der Suizidalität gibt es wenigstens eine, die nicht irregeleitet und
krank ist, sondern die für den Erhalt der Vernunft und der Freiheit unverzichtbar ist. Es ist dies diejenige
Selbstzerstörungsneigung, die sich selbst so sehr durchleuchtet hat, dass sie dabei begriffen hat, dass sie der
Vernunft nur dann wird dienen können, wenn sie die eigene destruktive Energie einem konstruktiven, überindividuellen
Zweck zur Verfügung stellt. Denn ohne diese durchdachte, nennen wir sie, philosophische, Suizidalität wird in dieser
Welt nichts Grundlegendes zu schaffen sein. Und so wird man denn auch ohne sie die Freiheit nicht erhalten können.
Denn zu sehr wird man sich in diesem Fall der größten Kraft beraubt haben, als dass man diese jetzt noch so ohne
weiteres wird entdecken können.

Nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird sehen müssen, dass unsere Turbowelt zu interdependent
und komplex geworden ist, als dass man darin noch etwas nachhaltig Neues und Vernünftiges würde entwickeln können,
wenn man dafür nicht auch die eigene Existenz aufs Spiel zu setzen bereit wäre. Denn nur, wenn man dieses tut,
dann wird man die Vielschichtigkeit des Daseins auch angemessen durchdringen können. Und so wird man in diesem
Fall das Unerhörte tatsächlich auch erkennen können. Denn zu groß wird die Eindringlichkeit nun sein, mit der man sich
demselben überantwortet hat, als dass man selbiges jetzt nicht auch wird schaffen können.  ....
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LANDEI selbstVerlag
Inh. W. Leonards
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