Über das Noah denkt™ - Projekt zur politisch-philosophischen Ökonomie












      

Im Turbowettbewerb wird man eine Philosophie nicht mehr alleine dadurch lancieren können, dass man über sie schreibt, sondern
man wird deren Richtigkeit auch in der Tat selbst beweisen müssen. Dazu, damit dies gelingen kann, dazu haben wir das
Noah
denkt™ -Projekt gegründet. Ziel dieses Projektes ist zu zeigen, dass ein Denken, welches sich in seinen Geschäftspraktiken den
ethischen Prinzipien des Kategorischen Imperativs verpfichtet fühlt, die Marktentwicklung besser antizipieren kann, als dies eine
positivistische Wellenreiterweltsicht vermag.

Wenn Sie sich das Noah denkt™-Projekt in der Praxis anschauen möchten, dann
klicken Sie bitte hier. Allerdings fügen wir Ihnen hier
auch gerne eine Arbeitsprobe bei:
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Über die Rolle der Poeten im Turbokapitalismus
Dialog mit dem Alter Ego, erstellt am 20.07., veröffentlicht am 22.07.2015
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    „Carsten Schloter, Chef der Swisscom, begegnet den aggressiven Fragen [eines Moderators des Schweizer Fernsehens] mit Charme, aber auch Getriebenheit, wie
    allem im Leben: der Einführung neuer Preissysteme, dem Umbau des Konzerns, Rennen mit dem Mountainbike, Rennen mit Skiern, Rennen zu Fuß. Am Ende dieser
    Wettkämpfe heißt der Sieger meist Schloter. So stellt der Befragte Schloter den Manager Schloter dar. Doch als der Moderator ihn nach der größten Niederlage
    seines Lebens fragt, geschieht etwas Überraschendes. Schloter sagt: "Ich habe drei kleine Kinder, und ich lebe getrennt. Ich sehe die Kinder alle zwei Wochen.
    Das vermittelt mir immer wieder Schuldgefühle." Ein paar Monate später bringt sich Schloter um.“ Manager unter Druck: Wieder nahmen sich zwei Topmanager das
    Leben. Konzernlenker sagen es, Studien belegen es: Das Leben der Chefs wird härter. von Dorit Kowitz, Roman Pletter, und Peer Teuwsen, in: Die Zeit  Nº
    07/201415. Februar 2014

Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE) : Auf dem Klappentext der zweiten Auflage der Novelle „Businessplan Existenzphilosoph“
wird die Frage aufgeworfen, ob sich der Leser vorstellen könne, "dass man die volkswirtschaftlichen Herausforderungen der
Turbomoderne alleine mit der Verringerung des Kündigungsschutzes oder der Senkung von Unternehmenssteuern bewältigen kann?"
Ist diese Frage nicht redundant? Immerhin zeigt doch der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands nach den Hartz-Reformen, dass es in der
Tat nur des Verstellens einiger sozial- und finanzpolitscher Stellschrauben bedarf, um im Superwettbewerb die Nase vorne zu
behalten. Weshalb soll es da also noch, wie im Klappentext behauptet, „der Poeten und Philosophen bedürfen“, um die
Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten?

Antwort von Noah denkt™ (Nd): Es ist richtig, dass sich die deutsche Volkswirtschaft nach den Hartz-Reformen der Jahre 2003-06
enorm stark erholt hat und bis dato nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt hat. Allerdings dürfen wir nicht verkennen, dass das Leben
und Wirtschaften in der Turbomoderne auch für diejenigen eine schwere Herausforderung darstellt, die in diesem Umfeld an sich
erfolgreich sind. Denn auch sie haben mit den Begleiterscheinungen dieser Ultramoderne zu kämpfen.

AE: Welche Begleiterscheinungen sind das?

Nd: Im Wesentlichen geht es hier um einen erhöhten Erfolgsdruck wegen des Verlustes von Gemeinsamkeit, wegen der Melancholie,
die mit einem nüchternen Rationalismus einhergeht, wegen der Vielschichtigkeit der zu durchdringenden Wirklichkeit, und wegen der
Schnelllebigkeit von Marktstimmungen und Marktgegebenheiten. Mit anderen Worten, man braucht Erfolg, weil dies immer mehr die
einzige Quelle sozialer Anerkennung ist. Andererseits kann der Erfolg, den man heute hat, schon morgen die Basis für einen nächsten
Misserfolg sein. Und natürlich gibt es bei all dem Stress eigentlich niemandem, mit dem man seine Angelegenheiten im Guten, wie im
Bösen teilen kann, weil auch alle anderen ja in ihrem eigenen, schnell drehenden Erfolgskarusell gefordert sind. .

AE: Die deutschen Ingenieure, Wissenschaftler und Unternehmensleiter scheinen mit all dem aber ganz gut zurecht zu kommen?

Nd: Na, ja, wer weiß schon, was hinter den Kulissen wirklich vor sich geht. In jedem Fall ist aber klar, dass die Fallhöhen in Zukunft
nicht geringer werden. Eher im Gegenteil. Und Noah denkt™ ist daher der Meinung, dass niemand besser für das Metier des
ungesicherten Hochseilartisten geeignet ist, als diejenigen, die ob ihrer poetisch-philosophischen Berufung die eigenen Abgründe
schon wegen ihres Selbstverständnisses am intensivsten ausgelotet haben. Denn wer sich hart am Anschlag einen sicheren Tritt
bewahren will, der wird genau wissen müssen, was er da tut. Denn nur so wird er in dieser existenziellen Überforderung die Nerven
behalten können.

AE: Wie können Poeten und Philosophen wissen, was man in der Wirtschaft zu tun hat?

Nd: Poeten und Philosophen, die den Turbokapitalismus bis dato überlebt haben, haben dies entgegen aller Wahrscheinlichkeit getan.
Es steht zu vermuten, dass sie in dem Hin und Her von Studium, Gelegenheitsjobs, Praktika und allgemeinem Krisenmanagement so
viel über sich und die Welt gelernt bzw. so viel Resilienz erworben haben, dass sie mindestens für die Interpretationskunst des
Spekulationsgewerbes alle Voraussetzungen mit sich bringen.

AE: Das sehen die Human Resources Abteilungen in der Finanzindustrie anders?

Nd: Mag sein, dass Poeten und Philosophen nicht zum angestellten Daseinsdeuter taugen. Zum unabhängigen Managen dieser
Daseinsdeutung taugen sie aber allemal. Mehr noch, sie werden darin ihre Unverzichtbarkeit immer öfter belegen.
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LANDEI selbstVerlag
Inh. W. Leonards
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